Ist es wirklich schon vorbei? Schön wars

Für die Rückreise lagen nun 1650 Kilometer vor uns. Geplant hatten wir, uns dafür 6 Tage Zeit zu nehmen und Dienstag wieder in Leipzig einzutreffen. Mit einer fahrenden Schrankwand ist man eben kein Düsenjet und wir wollten auch weiterhin, dass Sarah Spiel- und Bewegungszeit am Tag hat.

Neben vielen Stunden auf der Autobahn, verbrachten wir auch noch 4 Tage am Genfer See, wo wir ungefähr die Hälfte der Strecke hinter uns hatten. 

Am Sonntag ging es dann einmal quer durch die Schweiz und Dank LKW-freier Straßen und sehr entspannter Sarah schafften wir gleich zwei Tagesetappen, sodass wir schon Montag wieder in Leipzig gelandet sind. Jetzt tauschen wir unsere 10m² gegen 75m² und sind schon etwas traurig darüber. Aber nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub und wir freuen uns jetzt erst einmal auf unsere Familie und Freunde, ganz besonders auf Sarahs Omas und Opas :-)

Noch mal fix die Füße in den Bodensee halten.
Und dann rein in die "neue" Wohnung.

Hier noch unser kleines Fazit Reisen mit Kind und Wohnmobil ist:

1. Langsam…

Ehe morgens alle angezogen, satt, mit Sonnencreme eingecremt und mit allen sieben Sachen ausgestattet sind, vergeht schon so manche Stunde. An manchen Tagen ist es uns auch so vorgekommen, als würden wir gar nicht vom Fleck kommen: loslaufen…ach lass mal Sarah doch noch die Jacke anziehen…weiter geht’s…oh nein, wir müssen sie noch eincremen, die Sonne kommt raus…weiter geht’s…halt mal an, Sarah hat ihren Nuckel auf die Straße geschmissen…weiter geht’s…ach verdammt, wo müssen wir eigentlich lang…
Und der Satz „Fährt man einfach weiter“ ist auch leichter gesagt als getan. Es dauert doch so einiges an Zeit, bis man so loskommt und alles an seinem festen Platz für die Fahrt ist. Als wir zu Beginn unserer Reise gesehen haben, dass der Check out auf dem Campingplatz erst um 12.00Uhr Mittag ist, dachten wir „ach das ist aber nett von denen, da kann man ja richtig ausschlafen“. Und obwohl wir jeden Tag spätestens um 7.00Uhr geweckt wurden, haben wir es selten vor 10.00Uhr geschafft, den Campingplatz zu verlassen. 


2. Anders…

Mit schlafendem Kind auf dem Rücksitz überlegt man sich 2x, ob der Fotostop gerade so wichtig ist, dass man ein Aufwachen riskiert.
Man muss zwangsläufig den ganzen Tag auf die Uhr schauen, damit das Kind wenigstens einigermaßen im Rhythmus bleibt und man keine Mahlzeit oder den Nachmittagsschlaf verpasst (was uns natürlich nicht immer gelungen ist)


3. Wundervoll…

Wir durften die letzten 72 Tage 24 Stunden am Tag mit unserem Kind an den tollsten Orten verbringen, mit ihr jeden Morgen aufwachen, uns anstrahlen lassen und noch eine Stunde im Bett verbringen, ohne dass wir aufstehen mussten. Wir konnten ihr tagsüber stundenlang beim Spielen zuschauen und merken jetzt im Nachhinein, wie lang 10 Wochen für ein Kind sind, weil sie so unglaublich viel dazu gelernt hat und gewachsen ist. 

Was wir sicherlich vermissen werden:

… das freie Stehen, das heißt einfach auf einem Parkplatz am Meer zu übernachten.
… morgens in Schlafsachen und ohne Haare kämmen loszufahren.
…die leeren Autobahnen in Spanien und Frankreich.
… dass Sarah im Lidl, im Restaurant oder auf der Straße immer ein Lächeln und sogar ein Winken geschenkt bekommt.
…sich einfach während der Fahrt ein Eis aus dem Kühlschrank holen zu können.
... und einfach dieses Gefühl von Freiheit: zu bleiben, wo man gerade bleiben möchte und fremde Orte und Kulturen zu entdecken.

Wir haben zum Glück schon zahlreiche Ideen für die nächste Reise!

Vielen Dank auch an euch liebe Leser und die vielen Kommentare und Grüße aus der Heimat! 



Kommentare